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Modelleisenbahn-Abriss nach 30 Jahren
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22.12.24 12:59
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Fast genau 30 Jahre, nachdem alles begann, musste ich nun schweren Herzens meine Modelleisenbahn-Anlage abreißen.
Zum einen hatte ich keinen Platz mehr für die doch recht große Anlage, zum anderen war die Anlage insgesamt auch nicht mehr erhaltenswert. Als Spielbahn in meiner Kindheit begonnen, immer wieder überarbeitet und erweitert, war der modellbauerische Wert des Layouts doch eher gering. Zudem haben Zeit, Sonnenlicht und Feuchtigkeit ihre Spuren am Material hinterlassen. Insbesondere die selbstklebenden Schaumstoff-Folien, mit denen ich ab 1998 großflächig Straßen und Wege gestaltet hatte, haben sich in den Jahrzehnten zersetzt und sind zu einer klebrigen schwarzen Masse geworden, die sich kaum mehr von der Anlage entfernen lässt.

Diese Holzlatte war etwa 23 Jahre lang verbaut und wird nun als Feuerholz eine neue Verwendung finden.
Da absehbar war, dass die Anlage nicht auf Dauer zu erhalten sein würde, habe ich schon vor mehr als zehn Jahren begonnen, mich auf die Fahrzeuge zu konzentrieren. Eine thematisch zusammenhängende Sammlung vorbildgetreuer Züge aufzubauen, fehlendes Rollmaterial selbst umzubauen, vorhandenes mit eigenen Beschriftungen, Beleuchtungen, Details und Funktionen aufzuwerten.
All dies konnte ich nun behalten, ebenso wie zahlreiche kleine Modelle und Ausgestaltungs-Gegenstände, die nun erst einmal eingelagert wurden. Und genau wie ich mich zu meinen Anfängen aus einem schier unerschöpflichen Arsenal an Überbleibseln von den elterlichen Modelleisenbahn-Anlagen bedienen konnte, so möchte ich das gerne auch der nächsten Generation ermöglichen.
Ich selbst habe schon länger eine kleine Modul-Anlage angedacht, die wachsen und bei Bedarf auch mit umziehen könnte. Allerdings ist auch für eine solche in einer typischen Stadt-Wohnung der Platz nicht vorhanden. Zahlreich vorhanden sind dagegen noch die Züge und Fahrzeuge, die auf eine Überarbeitung und Aufwertung warten - langweilig wird es also nicht.

Für meine größten Unterstützerinnen und Unterstützer der vergangenen drei Jahrzehnte habe ich ein Fotobuch mit den schönsten Bildern erstellt. Aber auch für alle, die nicht zu den glücklichen Empfängern des Jubiläumsbuches gehören, gibt es ein kleines Special: Eine Übersicht über die wichtigsten Erkenntnisse, die ich aus 30 Jahren Modellbau gezogen habe: Los gehts.
- Vom Körper weg schneiden.
- Nicht über Kopf löten.
- Es gibt für jede Aufgabe das richtige Werkzeug. Die Zähne sind keine Abisolierzange und ein Seitenschneider ist auch keine Abisolierzange.
- Es gibt für jede Schraube den passenden Schraubendreher. Phillips ist nicht Pozidriv und Größe 1 ist nicht Größe 2.
- Am besten nimmt man gleich Torx. In der richtigen Größe.
- Es gibt für jede Verbindung den optimalen Klebstoff. Heißkleber ist nicht gleich Heißkleber und Sekundenkleber ist nicht gleich Sekundenkleber.
- Es gibt für jede Anwendung die geeignete Farbe. Buntlack ist kein Autolack und schwarz ist nicht gleich grau.
- Es gibt zu jeder Farbe das zugehörige Lösungsmittel und den entsprechenden Pinselreiniger.
- Über Demontierbarkeit macht man sich immer erst dann Gedanken, wenn man etwas demontieren muss.
- Schrauben sind gut, Kleber und Nägel sind böse.
- Zugentlastungen für Kabel sind eine tolle Idee.
- Elektrische Steckverbindungen sind eine hervorragende Erfindung.
- Verwende keine Klebefolie und kein Klebeband für dauerhafte Installationen. Es wird sich mit der Zeit ablösen oder zersetzen und nicht mehr entfernen lassen.
- Lackiere jedes Kunststoff-Modell. Unlackierter Kunststoff sieht selten gut aus und ist nicht UV-stabil.
- Dein Gedächtnis ist ein Sieb. Beschrifte jedes Kabel; dokumentiere jede Schaltung und jede Programmierung.
- Bedienungsanleitungen sind klasse. Verliere sie nicht.
- Originalverpackungen sind super. Bewahre sie gut auf.
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